2. Willkommen in meiner dunklen Wunderwelt

 

Am nächsten Morgen liege im Bett und darf eigentlich heute ausschlafen, denn Sonntags ist Mama-Ausschlaf-Tag. Doch ich kann einfach nicht mehr einschlafen und bin hellwach. Nachdem wir geduldig immer wieder unseren beiden jüngeren Kindern klar gemacht haben, dass wir nun noch ein bisschen Mama-und-Papa-Zeit brauchen, und uns nun jede aber wirklich nur noch ein einziges gemaltes Bild zeigen darf, haben wir endlich die ersehnte Zeit, um uns unserem neuen Lieblingsthema zu widmen: Sex! Scheinbar hat auch ER nur auf diesen Augenblick gewartet – so wie ich auch. Gefühlt warte ich schon die ganze Nacht darauf …

Und wir hatte nicht nur einfach Sex.  Wir haben noch vor dem Frühstück zwei unserer geheimsten Fantasien ausgelebt.

Ihr fragt Euch welche das wohl sind? Also: Mein Mann hat seinen Silbersaft über mir vergossen und es sichtlich unheimlich genossen. „Eigentlich ist ja auch nichts dabei“, denke ich und ich hätte das auch früher mitgemacht, nur wusste ich nichts davon und habe bis auf heute früh auch nie nachgefragt. Und ich selbst, die ja gerade die Welt des BDSM entdecken mag? Ich habe ihn angeleitet und ermutigt mich fester anzupacken, über meinen Rücken zu kratzen und mich leicht zu kneifen. Und dann kam er plötzlich wieder, dieser verruchte Wunsch, dass er mir auf den Hintern haut. Ich habe ihn nicht mehr so arg anbetteln müssen, wie beim ersten Versuch vor ein paar Tagen, er hat sich nun nicht mehr ganz so überwinden müssen. Wenn er dann dazu noch murmelt:

„Hm… so ein schöner, runder Po…“. Himmel, habe ich das genossen. Ich bin unter seinen Händen schier zerschmolzen, so heiß war ich!!!

Irgendwie macht mich das einfach an, ich kann es nicht erklären, weiß nicht wieso. Wenn so etwas in solch einem Moment überhaupt geht: Ich habe mich versucht „neutral“ zu beobachten und mein Forschungsergebnis fällt eindeutig aus: Währenddessen ist meine Erregung stark gestiegen!

Es ist ein mulmiges Gefühl hinterher, denn es ist ja eigentlich verboten Menschen zu hauen und wir bringen unseren Kindern jeden Tag bei, dass Sie Konflikte mit Worten lösen müssen. Dass mir das Lust bereitet finde ich absurd. Als meine Geschwister und ich noch jünger waren, hat mein Vater uns einige ganz wenige Male den Po versohlt (zum Glück war das bald aus der Mode!), er kochte vor Wut und ich hatte in diesen Momenten nur panische Angst! Jetzt ist genau dieser leicht angstvolle, kleine Moment kurz vor dem Schlag, der mich unheimlich erregt, der sich wie in Zeitlupe ausdehnt, der so intensiv ist, dass ich fast durchdrehe! Wenn ich nicht weiß wann, wie stark und wo mein Mann mir einen Klaps verpasst, wenn ich ihn nicht sehe und völlig nackt und verletzlich im Bett liege, eröffnet sich eine Stufe der Erregung, die ich bis her in meinem Sexleben nicht kannte.

Ich hatte so gar – traue mich kaum es zuzugeben – nach dem mein Schatz „fertig“ war, sich angezogen hatte, hinunter zu den zunehmend lauter werdenden Kindern ging und ich immer noch glühend heiß völlig nackt im Bett lag, kurz die Eingebung, dass er nochmal reinkommt, sich den Gürtel aus der Hose zieht und mir damit auf den Rücken peitscht. Was ist nur los mit mir? Das meine ich doch nicht ernst, oder??? Hazel, wer bist Du eigentlich? Bist Du völlig verrückt geworden?

Warum empfinde ich Lust und Schmerz zugleich?

In dem Bestseller „GesundGevögelt“ lese ich nach: „Heute ist mir klar, dass ich erst einmal meine Dämonen ans Licht holen musste, um frei zu werden für das was man gemeinhin als „normal“ bezeichnet.“ Die Geschichte der Autorin beruhigt mich.

Ja, das trifft es bei mir derzeit auf den Punkt. Mein Mann und ich haben beide vor ein paar Monaten im Sommer ein Sexprofil von uns angefertigt, einige Fragen zu diversen Vorlieben beantwortet und das Ergebnis war: WIR SIND VÖLLIG NORMAL und liegen in allen Bereichen im Durchschnitt. Wie konnten wir das alles einschätzen, wenn wir doch von den meisten Dingen nicht ansatzweise eine Ahnung hatten? Doch jetzt, nach den Ereignissen der letzten Wochen, kommen mit einem Mal meine Dämonen gerade aus allen staubigen Ecken heraus und wollen entdeckt und gesehen werden.

angel-2693196_1920Auch die von meinem Mann beginne ich ganz verschwommen irgendwo rumlungern zu sehen. Sie wollen leben und akzeptiert werden, sie strotzen vor Kraft und wenn ich ihnen keinen Raum gebe, werden sie mich belagern und mich hämisch grinsend, mit gefleckten Zähnen und blutigen Mäulern auf Schritt und Tritt verfolgen. Da sie doch so betteln überlege ich mir folgendes:

Ich werde meine Dämonen Zuhause aufnehmen und halten wie meine Haustiere.

Ich werde Euch pflegen und füttern – verlasst Euch darauf! Doch denkt daran, dass ICH in meinem Leben das sagen habe und ihr werdet brav in Euren Käfigen warten, bis ich Euch herauslasse, die Leinen hole und spazieren führe. Im passenden Umfeld könnt ihr Euch dann nach Herzenslust austoben und ich freue mich auf die Zusammenarbeit! 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Master Dan sagt:

    Dämonen? Ja, zugegeben es gibt diese Phase. Nach „ich bin nicht normal“ kommt „ich bin geisteskrank“. Da musst du durch aber dabei solltest du etwas nicht vergessen: das bist du.
    Die Dämonen werden sich irgendwann auflösen in etwas ganz banal: die Erkenntnis das es einfach geil und harmlos ist. Wenn diese Punkt erreicht ist, geniesse es einfach!

    Gefällt mir

    1. Ja, zu diesem Punkt gelange ich derzeit langsam aber sicher ;-). Aber als „krank“ habe ich mich nie gefühlt. Es ist nur einfach neu und ungewohnt…

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s