5. Mein Erstes Mal BDSM in einem Swinger-Club

Am 19. Dezember erhalte ich von meinem Mann eine Nachricht: „Schatz, Du hast ja nun nach unserer ersten Play-Party gar nichts mehr zu berichten für Deinen Blog. Was mache ich denn da mit Dir?“ Einige Minuten später folgt ein Screenshot mit einem Bild und einem Link zum Paarabend im Lillith-Club. Ich muss schmunzeln und freue mich ungemein, denn es gab nur wenige Momente in unserer 10-jährigen Beziehung, in der Andy komplett die Initiative ergriffen hat, wenn es um etwas Neues bezüglich Sexualität geht. Er scheint nun auch Feuer gefangen zu haben und mein Vorpreschen scheint zu fruchten. Ist das aufregend! Meine Antwort: „Ich weiß eh noch nicht was ich Dir zu Weihnachten schenken soll, also schenke ich Dir die Eintrittskarten zum Lilith-Club.“

Den ganzen Freitag über bin ich mit meiner Familie unterwegs und mache Weihnachtseinkäufe. Es macht unheimlich viel Spaß, doch ich bin noch so müde von der letzten Nacht, in der wir zwei Stunden lang Sex hatten. Abends Zuhause angekommen bleibt kaum Zeit für die Vorbereitungen und mein Mann ist etwas beleidigt, denn er denkt, ich hätte den Paarabend ganz vergessen. Von wegen!  Doch ich hadere tatsächlich etwas, denn ich kann in dem Zustand an alles andere außer Sex denken: Mein Kopf tut weh, meine Beine sind träge vom vielen gehen.… Doch ich möchte mein Wort halten und ihm nicht den Spaß verderben. Ich weiß das viele Frauen ihre Männer mit schlechter Laune ärgern.

Ganz nach der bewährten Regel: „Immer derjenige, der gerade mehr Energie hat, führt die Beziehung an!“

Außerdem: Wann haben wir einmal die Möglichkeit so unbeschwert auszugehen, denn meine Familie ist bereits da und versichert uns, die Kinder zu übernehmen und uns auch morgen ausschlafen zu lassen?! Diese Gelegenheit muss beim Schopf gepackt werden. Also ziehe ich mir ein schwarzes, kurzes, eng anliegendes Kleid an. Mein „Bond-Girl-Kleid“, welches ich vor 8 Jahren in New York gekauft habe, aber bis heute mich noch nicht einmal getraut habe zu tragen. Es ist wirklich unverschämt sexy. Zu sexy für die „Öffentlichkeit“, also genau richtig für heute Abend. Dazu streife ich schwarze Netzstrümpfe über die frisch rasierten Beine, High Heels an die Füße, fertig, los!

Kurz vor der Abfahrt kommt mir eine geniale Idee und ich sage zu Andy: „Stecke Dir die Augenbinde in die Anzugtasche, wer weiß…“. Vielleicht hat die Übung auf der Play-Party geholfen und er überrascht mich im Laufe des Abends einmal? Vielleicht ein guter Einstieg? Etwas protestierend folgt er meiner Anweisung.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Abend. Kaum beginnt der Motor zu laufen, entspanne ich mich, vergesse die Kopfschmerzen und lasse mich voll und ganz auf dieses nächste Abendteuer ein.

Dies ist unser zweites Mal im Lilith-Club, einem kleinen, liebevoll eingerichtetem Swinger-Club am Rande Münchens. Ziemlich genau vor einem Jahr waren wir bereits einmal dort. Doch dazu folgt ein eigener Bericht… Gegen 21 Uhr treffen wir nun also dort ein, legen unsere Sachen im uns zugeteilten Schließfach ab und schlendern gemütlich zur Bar.

Wohin wir auch schauen sehen wir sympathische Paare, schätzungsweise zwischen 25 – 50 Jährige, Neulinge bis „Alte Hasen“. Sie stehen an der Bar, sitzen im Buffett-Bereich oder in der Sofa-Ecke.

Es herrscht eine entspannte Stimmung, gute Laune aber auch Nervosität und ein Kribbeln liegen in der Luft. Hier und dort erkennt man bereits, wie sich die ersten Spielbeziehungen formieren, geflirtet wird… Nach dem ersten Rundgang schauen wir uns erleichtert an: Wir scheinen niemanden zu kennen und auch die Nachbarn sind nicht anzutreffen. 

Andy hat großen Hunger und wir bedienen uns am reichhaltigen Buffett, trinken ein Glas Sekt und führen interessante Gespräche. Anschließend haben wir Lust uns ein bisschen umzuhören und sprechen ein junges Paar aus Passau an, die zum ersten Mal hier sind und es vor Nervosität kaum aushalten. Vor einem Jahr ging es uns genau so wie ihnen. Ich bin froh den Abend diesmal deutlich entspannter erleben zu können. Jetzt ist es bereits 22.30 Uhr und wir haben Lust uns in den verschiedenen Zimmern umzusehen.

Für diesen Abend habe ich mir fest vorgenommen als nächsten Lernschritt meine Scham beim Zusehen von sexuellen Aktivitäten zu überwinden. Schauen wir mal, ob mir das gelingen wird.

Wir gehen in eines der BDSM-Zimmer. Dort ist ein anderes Pärchen bereits zugange. Wir kommen nicht weit, denn plötzlich bleibt Andy unerwartet stehen. Völlig überraschend verbindet er mir die Augen. Sofort ergebe ich mich und lasse mich von ihm führen. Ich grinse innerlich wie ein Honigkuchenpferd: Wie mutig er doch ist! Wie gut, dass ich Zuhause die Idee mit der Augenbinde hatte. Er führt mich in die eine Ecke des Zimmers, stellt mich vor einen Bock, beugt mich sanft vorne über und beginnt mich am Rücken, an den Beinen, am Po zu streicheln. Diesmal fällt es mir leicht: Ich gebe mich hin und jede noch so kleine Berührung ist intensiv und erregend.

Auf einmal merke ich, wie vorteilhaft so ein Bock doch gebaut ist. Warum habe ich das im Leben noch nie ausprobiert? Ich kuschele mich mit dem ganzen Oberkörper auf das weiche Leder und stelle die Knie auf die unteren Stufen, sodass mein Hinterteil sich in die Höhe wölbt.

Andy hat darauf nur gewartet, schiebt mein Kleid hinauf und verwöhnt mich hingebungsvoll, gibt mir hin und wieder einen leichten Schlag auf den Po, genau so wie mir das gefällt … er macht es so, als hätte er es nie anders getan, dabei hat er diese Welt erst vor drei Wochen kennen gelernt. Ich stöhne, genieße die Aufmerksamkeit und drifte ab in eine Welt aus Erregung und völliger Entspannung. Ich sehe schwarz und das hilft mir. Zwar höre ich hin und wieder Menschen und Stimmen, doch mir ist das auf einmal alles völlig egal. Für mich gibt es in diesem Moment nur meinen Körper, meine Sinne, meine Erregung, mein Gefühl. 

Inside Andy: Was für ein anmutiges Bild Hazel doch abgibt. Bin ich stolz so eine wunderschöne Frau an meiner Seite zu haben. Irgendwie fühlt ich mich mächtig … und sie scheint es sichtlich zu genießen was ich mit ihr mache… aber ich bin so unglaublich nervös, mein Herz klopft mir bis zum Hals, sodass ich selbst keine Erregung spüre… aber dieses Bild wird sich tief bei mir einprägen… Wahnsinn, was sich das andere Pärchen jetzt traut: Die Frau wird stehend mit den Händen links und rechts an ein Kreuz angebunden und ihr Mann vögelt sie von hinten. Aber was macht er denn da? Während er seine Frau vögelt, schaut er die ganze Zeit meine Frau an?! Meine Güte, macht mich das irgendwie stolz: Macht ihn meine Frau etwa mehr an als seine eigene? Unentwegt schaut er mit gierigen Blicken zu uns herüber… Kann das sein? Mensch, ist das alles verrückt…

Nach einer gefühlten Ewigkeit, führt er mich vorsichtig wieder aus dem Zimmer und nimmt mir die Augenbinde ab. Überglücklich grinse ich ihn an: Jetzt sind wir einen ganzen Schritt weiter gekommen! So etwas haben wir uns noch nie getraut! War doch eigentlich garnicht so schlimm? Warum haben wir uns vor einer Woche nur so angestellt? Jetzt brauche ich erstmal ein Getränk und eine kurze Pause… ist das alles aufregend!

Wir kuscheln uns mit unseren Getränken auf ein Sofa und nach einigen Minuten kommt mir die Idee, die Rollen jetzt einmal zu tauschen. „Willst Du auch mal, Andy?“ Andy überlegt kurz und nickt dann vorsichtig. Jetzt werde ich wieder hellwach. Als ändere sich mein Blick: Auf einmal beginne ich die Räume anders wahrzunehmen.

Überall sehe ich Spielmöglichkeiten, meine Kreativität, meine Neugierde werden geweckt. Fieberhaft überlege ich: Was stelle ich mit ihm nun am besten an?

Erstmal führe ich ihn an der Bar vorbei in den Flur, verbinde ihm die Augen und gehe mit ihm ins andere BDSM Zimmer. Und nun? Was mache ich jetzt? Garnicht so einfach sich alles auszudenken. Ich lasse mir Zeit. Soll er doch ruhig ein bisschen warten und die Spannung spüren, die diese Ahnungslosigkeit erzeugt. Erstmal setzte ich ihn auf einen Bock. Ja, das gefällt mir. So habe ich nochmal etwas Zeit mir etwas einfallen zu lassen und gehe im Zimmer auf und ab. Ich entdecke einen Stab mit Federn daran. Der kommt mir sehr gelegen und ich streiche ihm damit sanft um die Wangen, küsse ihn nur mit der Zunge, knabbere an seinem Ohr, … Dann fällt mein Blick auf zwei kleine Seile, die auf der Fensterbank liegen. Auch wenn ich Bondage noch nicht kann, ich werde ihn schon irgendwie befestigen können. An der einen Wand sind verschiedene Gitterstäbe angebracht. Dort hin führe ich ihn, hebe seine Arme hoch und fixiere seine Hände oberhalb seines Kopfes. Was nun? Ich möchte mehr Möglichkeiten und das geht nur, wenn er etwas Kleidung ablegt. Er hatte es mit mir da einfacher: Kleid hoch und los… Aber wir haben ja Zeit, also öffne ich ihm geduldig und liebevoll den Gürtel, die Hose und ziehe einfach alles auf den Boden herunter. Wenn er das sehen könnte! Er würde es sicherlich niemals mit sich machen lassen! Die Rückseite des Federstabes kommt jetzt zum Einsatz und ich streiche damit an seinen Oberschenkeln entlang. Ich spüre und höre wie ihn alles zunehmend anmacht und während ich ihn küsse, beginne ich seinen Schwanz langsam zu streicheln. Auf einmal kommt ein weiteres Pärchen leise herein und beobachtet uns kurz. Die Frau kommt auf mich zu und wir grinsen uns an. Sie deutet mir an, dass sie ihn an den Beinen streicheln könne, um seine Fantasie anzuregen. Ich bin überrascht über meine Leichtigkeit und meinen Spaß dabei, ihm solch ein Erlebnis „organisieren“ zu können und nicke der Frau begeistert zu!

Auch Andy ist begeistert und er stöhnt auf, als er die vielen Hände über seine Beine, auf seinem Po, … gleiten spürt.

Kurz überlege ich, doch dann fasse ich den Mut und nehme seinen Schwanz in den Mund. Warum auch nicht, denn das andere Pärchen scheint es nicht zu stören. Nach einer Weile verabschieden sie sich und wünscht uns weiter hin viel Spaß. Doch Andy schlafen die Hände ein und er bittet mich, ihn zu befreien. Dadurch ist „die Luft irgendwie raus“ und wir beenden dieses Spiel. Auf meine Frage hin, wie er es fand, sagt er kurz: „In der Gesamtheit ziemlich aufregend!“ Er zieht sich wieder an und wir gehen durch den Flur, an einem Zimmer mit großer „Liegewiese“ vorbei. Mir reicht es für heute und ich freue mich darauf Zuhause in unserem Bett weiter machen zu können! Doch es sollte anders kommen…

Aus heiterem Himmel bleibt Andy stehen, nimmt meinen Arm und zieht mich um die Ecke in das Zimmer hinein, an dem wir gerade vorbei schlendern. Zielstrebig führt er mich zur großen „Spielwiese“. Ich lache und kann es kaum fassen. Ich erkenne ihn nicht wieder. So mutig wär ich niemals gewesen! Ich bin auf einmal unheimlich nervös mitten im Geschehen zu sein und höre einen Mann flüstern: „Die sieht ja rattenscharf aus!“

Puh, und jetzt? Ich weiß nicht so recht wohin und was zu tun, doch Andy zieht mich einfach in eine Ecke des Raumes, rollt mein Kleid hoch und den Slip herunter. Er fingert mich, streicht mir über die Brüste, den Hintern … ich vergehe vor Lust und halte mich an der Wand fest. Himmel, all die Erlebnisse und Eindrücke des Abends haben mich mehr erregt, als ich dachte. Ich kann nicht anders als hörbar zu stöhnen und mich hinzugeben. Ich lege meinen Oberkörper auf die Matte. Ganz zum Vergnügen auch der anderen Pärchen, die uns beobachten.

Auf der großen „Betteninsel“ sind drei Pärchen mit einander beschäftigt und der eine Mann zwinkert mir zu á la: „Komm rüber, Baby!“ Er reicht mir seine Hand, die ich dankbar greife. Was für ein Genuss, wie angenehm eine warme Hand zu halten, während man sich vor Lust windet. Doch er möchte viel mehr als Händchen halten…

Jetzt drapiert er seinen Schwanz in meiner Nähe und deutet an, dass er es genießen würde, wenn ich ihn mit dem Mund verwöhne. Andy zieht mich weg und flüstert: „Das muss für den Anfang nicht sein!“

Dankbar, dass er noch mehr Verstand in solch einer Situation bewahren kann, als ich, lehne ich mich an ihn und er drängt mit seinem Schwanz an meinen Hintern. Er möchte auch mehr … und zieht sich einen Gummi über. Andy ist bereit und möchte mich endlich vögeln.

Doch er ist so scharf, dass er von einer kleinen Berührung meiner Hand an seinem Schwanz zum Höhepunkt kommt. Was für ein Erlebnis und ich bin noch immer wie im Rausch…

Später im Auto frage ich ihn: „Sag mal, was hat Dich dazu bewegt Dich zu trauen, mich in den Raum zu ziehen?“ Er antwortet kurz und ehrlich: „Ich war scharf und da drinnen sah es scharf aus!“ Wir sprechen weiter und überlegen „Warum hatten wir hier und heute Sex und vor einer Woche auf der Play-Party nicht? Was hat uns dazu bewegt?“ Folgendes haben wir erkannt:


  • Bewusstsein & Erfahrungen: die letzten Wochen haben für mehr Offenheit & Toleranz gesorgt und unsere Neugierde gefördert
  • Vorbilder & Vorbereitung: letzte Woche hatten wir Anleitung von Profis, wie man z.B. mit der Augenbinde in ein Spiel einsteigen kann und haben dies heute nachgemacht
  • Anonymität: wir kannten niemanden
  • Räume: waren dunkel, angenehm beleuchtet, gemütlich und eher klein
  • Atmosphäre: sympathische Pärchen, gute Stimmung der Clubleitung und Angestellten
  • Kleidung: Kaum bis keine Fetisch-Kleidung (Andy hat festgestellt, dass dies ihn eher abturnt)

Glücklich und erschöpft kommen wir Zuhause an. Immer noch bin ich unheimlich stolz auf uns und unsere Entwicklung. Vor genau einem Jahr sahen die BDSM-Zimmer eher abschreckend aus. Wir hätten uns niemals vorstellen können, auch nur annähernd sexuell in diese Richtung zu gehen.

Jetzt, nach den Erlebnissen der letzten Wochen, haben wir eine komplett andere, neue Perspektive gewonnen. Heute wirkten die Zimmer auf einmal gemütlich, ansprechend und einladend. Wir beide haben uns instinktiv gegenseitig genau in diese Zimmer „entführt“ und die Möglichkeiten des Raumes sehr zu schätzen gewusst.

Wahrscheinlich sind wir beide mehr BDSMler, als wir je von uns gedacht hätten und ich freue mich auf die nächste Nachtschicht…

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