7. Ich suche einen zweiten Mann… Teil 1

Während unsere Dämonen im Dezember 2017 in unserem Schlafzimmer zunehmend ihr Unwesen treiben und während wir, beide im Eifer des Gefechts glühend vor Lust, plötzlich immer wieder schmutzige Gedanken teilen, höre ich auf einmal die Worte aus dem Mund meines Mannes: „Was würde Paul (eine Bekanntschaft von mir, von einem SM-Stammtisch) jetzt wohl mit Dir machen? Oder: „Mich macht die Vorstellung so an, dass ein anderer Mann Dir genau diese Lust bereiten kann, die Du gerade mit mir erlebst.“

Ich wäre auf solch eine Idee nicht gekommen aber während er das sagt, spüre ich eine Welle an Hitze in mir aufsteigen, wie ich es selten erlebe. Irgendwie ist mir aber unbehaglich bei dem Gedanken. Könnte ich mich jemals auf einen anderen Mann so einlassen und mich so hingeben?

Da sich Paul hartnäckig in unserer Fantasie hält, steht für das neue Jahr steht also ganz oben auf unserer Sex-Wunsch-Liste: Ein MMF erleben!

Während dessen bröckelt es an unserem gesellschaftlich anerkannten und „sicheren“  Mama-Papa-Kind-Model, welches wir bis dato leben und dessen Programme und Muster uns eigentlich mehr versklaven als befreien. Dessen Programme eigentlich veraltet und überholt sind, denn eigentlich will keine Frau 20 Jahre Kinder gebären und Haushalt führen. Trotzdem dreht mein moralisches Über-Ich durch:

Sind wir jetzt völlig verrückt geworden? Setzten wir damit unsere Beziehung und unsere Familie auf`s Spiel? Was ist, wenn sich Gefühle entwickeln? Was ist, wenn ich körperliche Anziehung und Sympathie mit Liebe verwechsele?

Beruhige Dich, Hazel! Ich rufe Andy an, der gerade einige Tage mit den Kindern bei seinen Eltern ist. Wir beschließen, dass ich ein Profil auf dem Erotik-Portal Joy-Club anfertige. Gesagt, getan und innerhalb einer Stunde habe ich Bilder hochgeladen, meine Vorlieben ausgefüllt, mich verifiziert und einen ausführlichen Text über mich geschrieben. Schauen wir mal was nun passiert…. Im neuen Jahr fällt mir plötzlich wieder ein, dass ich ja mal schauen könnte, ob mir jemand geschrieben hat. Ich öffne mein Postfach und mir klappt die Kinnlade herunter: ca. 40 neue Nachrichten, wovon die Hälfte Komplimente für meine Bilder sind und die andere Hälfte unterschiedlichste Nachrichten. Von „Hast Du Skype? Wie heißt Du auf Skype? Wenn Du mich jetzt sehen könntest…“, über halbe Romane mit ausformulierten Fantasien über Dominanz und Unterwerfung, Anfragen von „Fotografen“, sowie auch einigen netten „normalen“ Nachrichten. Ich bin überwältigt und setzte mich am nächsten Abend gemütlich mit Andy auf`s Sofa. Schmunzelnd, lachend und teilweise kopfschüttelnd lesen wir uns alles durch und beantworten das ein oder andere. Verleugnen kann ich es nicht: die Komplimente fühlen sich gut an. Doch ist es reinste Ego-Schmeichlerrei.

Ich bin stark. Ich weiß was ich will. Ich kenne mich mit Menschen aus. Denke ich. Wie soll mich so ein Online-Profil schon groß beeinflussen. 

Es entstehen einige interessanten Mailkontakte, zwei persönliche Treffen und ein Telefonat. Und ein Mann, namens Markus hat es geschafft meine Telefonnummer zu bekommen und mehrfach täglich mit mir auf Whats App zu schreiben. Zwischenzeitlich fühle ich mich, als hätte ich ein viertes Kind, um das ich mich auch noch kümmern muss. Wahnsinn, wie viel Zeit er haben muss, dass er mir ständig schreiben kann!? Und er hat nicht nur Zeit, er ist auch erfahren und weiß genau, wie er Frauen rumkriegt. Was er mir schreibt macht nicht nur mich an…

Ich bin verführbar. Ich bin manipulierbar. Ich bin naiv. Erfahre ich nun. Meine Dämonen sind aus ihren Käfigen ausgebrochen. Wie wäre das nur geendet, hätte ich nicht meine Freundin um Rat gefragt.

Tagelang schreibe ich mit Markus hin und her und wir telefonieren auch einmal. Wir verstehen uns gut und immer wieder sagt er mir, wie toll ich doch aussehe und was er alles mit mir vorhabe. Ich kann es nicht anders ausdrücken: Ich fühl mich geschmeichelt und bin scharf, und wie! Wir laden in am Samstag zu uns nach Hause ein für ein Kennen-Lern-Gespräch und denken uns nichts dabei. Doch einige Tage später ist uns dann doch irgendwie unbehaglich zumute einen Wildfremden zu uns nach Hause einzuladen. Andy: „Das ist so etwas Intimes und Schönes, das sollten wir uns gut überlegen und nicht einfach nur aus Erregung schnell etwas entscheiden, was wir später bereuen.“

So verlegen wir den Treffpunkt auf eine Bar in der Nähe. Zwischenzeitlich befeuert uns die Vorstellung zu Dritt Sex zu haben ungemein und Andy beschreibt es so:

„Wenn ich mir vorstelle, dass ein anderer Mann Dich begehrt und unbedingt nehmen möchte, zieht sich innerlich mein Magen zusammen vor Lust und gleichzeitig vor Eifersucht. Ein „ahh“ und „grrr“ zur gleichen Zeit, verstehst Du? Ich weiß nicht, wie ich das finden soll, doch die Eifersucht ist wie das Chili für den Sex mit Dir, Hazel. Der schwarze Unbekannte ist wie die Prise eines scharfen Gewürzes. Plötzlich gibt es eine Menge Nebenbuhler und Du könntest jeden Tag mit einem anderen Mann Sex haben, wenn Du es wolltest. Doch Du liegst hier neben mir!“

Endlich ist es Donnerstag und ich treffe meine Freundin Andrea. Ich muss dringend mit ihr reden und brauche ihren Rat. Andrea ist zehn Jahre älter als ich und hatte zehn Männer mehr als ich. Sie hat Power wie ein rebellischer Teenager und die Weisheit und Weitsicht eines Adlers und sie war in einer Motorrad-Gang mit nur Männern. Ich weiß nicht, wer sich besser auskennen könnte als sie? Ich erzähle ihr von unserer Fantasie und von unserem Vorhaben in zwei Tagen mit Markus. Ohne das ich ihr ein Bild von ihm zeige, weiß sie sofort was für ein Typ er ist und kann ihn genau beschreiben. Gleichzeitig schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen. „Du kannst das körperliche und seelische nicht von einander trennen. Wenn ein anderer Mann mit Dir Sex hat, hinterlässt das Spuren und es kann verletzen, wenn Du ihn eigentlich nicht sympathisch findest oder ihr menschlich nicht zusammen passt. Markus passt überhaupt nicht zu Euch, das ist klar! Es muss jemand sein, mit dem ihr geistig auf einer Wellenlänge seid, mit dem ihr auch in Gesprächen Spaß habt! Nur dann wird auch der Sex zusammen gut! Das Menschliche macht den Unterschied, denn der rein mechanische Sex ist austauschbar.

Was ist mit Paul? Mit ihm hast Du dich auf dem SM-Stammtisch doch gut verstanden, ihr kennt Euch persönlich und er führt eine offene Beziehung. Frag ihn doch!“ Warum hat sie nur so ein gutes Gedächtnis! Verdammt! Und sie hat Recht: Auch ich war immer wieder skeptisch bei der ein oder anderen Äußerung von Markus. 

Ich winde mich hin und her und werde rot vor Scham: „Ich trau mich das nicht. Ich kann ihn doch nicht einfach einen Mann fragen, den ich kaum kenne ob er mit mir schlafen will? Ich komme mir so schlampig vor, Andrea!“ Doch sie beharrt darauf: „Frag ihn einfach, Hazel!“

Seid gespannt wie die Suche weiter geht und lasst uns die Nachtschicht beginnen…

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Wir haben auch mal gesucht. Wir hatten sogar mit 2 Männer Sex, aber wir stellten schnell fest, dass es nicht passt. Es ist schwierig drei Menschen unter einen Hut zu bekommen.

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    1. Danke für die ehrliche Antwort… ja, kann ich mir vorstellen

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