18. Ich bebe noch…vom ersten Tanz mit einem fremden Mann

„BEBEN“ steht groß auf meiner Zielcollage für 2018. Warum ich genau dieses Wort ausgeschnitten habe Anfang des Jahres, weiß ich auch nicht. Mittlerweile weiß ich es. Denn letzte Samstag Nacht sollte genau das eintreten und meine Reihe von Premieren setzt sich fort…

LADYLECTRA lädt mich ein zu ihrem Auftritt bei der neuen Party-Reihe „Sensual Sounds“ von SubRosaDictum. Ich trage mein schwarzes „Bond-Girl“-Kleid, wie mich mein Mann damit liebevoll nennt, welches er mir vor 8 Jahren in New York einmal gekauft hat und ich bis heute erst ein einziges Mal getragen habe, da es mir zu aufreizend und auffällig ist. Perfekt für heute Abend, denn der Dresscode heißt „sexy“. Darunter trage ich sichtbare Strapsen mit Strümpfen, die bereits auf dem Weg zum Club einige Blicke auf mich gezogen haben. Um 22 Uhr bin ich eine der ersten und betrete den fast leeren Palais Club nähe des Münchner Hauptbahnhofes. Gemütlich hier und angenehme Atmosphäre. Zwei Stunden lang führe ich das ein oder andere interessante Gespräch, tanze mit einer Bekannten von LADYLECTRA und völlig entspannt genieße ich den freien Abend in vollen Zügen.

Nachdem ihre Schicht um Mitternacht vorbei ist und ich eigentlich zur selben Zeit wieder nach Hause gehen wollte, lässt mir der Gedanke keine Ruhe, hier noch etwas erotisches erleben zu können. Die Tanzfläche beginnt sich zu füllen und ich sehne mich nach Körperkontakt und einem Tanzpartner. Natürlich gab es auch in den zwei Stunden einige Interessanten aber niemandem zu dem ich mich hingezogen gefühlt habe. Und dann kam auf einmal Roby: ein Bild von einem Mann, sicher beinahe zwei Meter groß, mit Lederhose, schwarzem Netzhemd und über und über mit Schmuck und Ringen bestückt. Er spricht mich an: „Du hast schön dort oben getanzt.“ Das Spiel der Verführung beherrscht er und ich antworte lachend: „Das war die Bekannte von Lady Electra, nicht ich.“ Trotzdem bleibt er in unserer Nähe und ich mustere ihn verstohlen aus den Augenwinkeln.

Irgendetwas Unerklärliches zieht mich an ihm an. Oh, wie stehe ich auf große Männer in Leder und mit etwas Bart die, wie er, augenscheinlich gern auch dominieren und auch noch das Tanzen in vollen Zügen genießen. Mein Mann sagt am nächsten Tag dazu: „Du suchst einfach immer genau die Männer aus, die komplett das Gegenteil von mir sind.“ 

Doch wie schaffe ich es nun mit ihm zu tanzen? Und nicht nur das: am liebsten möchte ich eng umschlungen … Was mache ich jetzt nur?

Durch die Erfahrungen der letzten Wochen bin ich mutiger und selbstbewusster geworden mit Männern. Auf einmal sehe ich etwas glitzern an seinem Gürtel: dort hängt eine Gerte mit Glitzerstein-besetztem Griff. Das ist DIE Gelegenheit und ich berühre sie vorsichtig und äußere meinen Gefallen. Er bemerkt es sofort und wir wechseln einige Worte. Ich erzähle, dass ich seit 10 Jahren mit meinem Mann zusammen sei, wir drei Kinder bekommen haben und jetzt, da sie alle etwas größer sind und wir keine weiteren Kinder möchten, ich um so wilder, unersättlicher und frecher geworden sei. Er ist beeindruckt von meinem Körper, denn er hätte es mir nicht angesehen. 

Ich weiche nicht mehr von seiner Seite und irgendwann stehen wir uns gegenüber und beginnen zu tanzen. Roby liebt Elektronische Musik über alles. „Der Beat wandert von den Füßen, die Beine hoch bis ins Herz.“ Ah, jetzt weiß ich, was mich auch an ihm anzieht: seine Leidenschaft für Musik. Zwar höre ich elektronische Musik eher weniger aber ich kann mich mit allen Sinnen jeder Musik hingeben, wenn ich es möchte. Bis heute war ich noch nie auf einer Elektroparty und konnte auch nichts mit dieser, für mich eintönigen Musik anfangen aber ich habe den richtigen Mann gefunden, der mich einführen wird… Ich sehe in sein Gesicht, beobachte mit welcher Leidenschaft er diesen Sound mit jeder Körperzelle einsaugt. Ja, das ist mein Mann für den Abend.

Wie es dazu kam, dass ich plötzlich dicht an seinem Körper tanzte, kann ich selbst nicht mehr genau nachvollziehen. Ich weiß nur, dass ich genau DAS wollte. Erst berühren sich unsere Hände, dann streiche ich ehrfurchtsvoll und sanft über seinen schweißnassen und glühenden Oberkörper…

Irgendwann stehen wir uns auf einer kleine Stufe am Rande der Tanzfläche gegenüber und auf einmal greift er fest in meinen Nacken. In Sekundenschnelle bebe ich und mein Unterleib zieht mich zusammen. Pure Erregung schießt mir von den Zehen bis in die Haarspitzen und es ist um mich geschehen. Nur dieser einzige Griff macht mich zu einer willigen, lustgetriebenen Frau. Moment. Was passiert hier gerade? Ich versuche mich wieder zu beruhigen. Ich atme tief ein und aus und schließe die Augen.

Möchte ihm sagen „Hör sofort auf! Wie Du mit deiner großen, schweißnassen Hand kräftig in meinen Nacken gegriffen hast, bringt mich um den Verstand. Bitte bitte mach das nicht nochmal! Das ist so gefährlich, denn ich verliere völlig die Kontrolle. Und so war das mit meinem Mann nicht abgesprochen.“ Doch ich bekomme es nicht über die Lippen, denn genau das ist es ja, was mir meine Dämonen heimlich ins Ohr flüstern: „Los, Hazel, brich das Tabu, gebe Führung ab, verliere die Kontrolle. Sei ein unanständiges, schmutziges Mädchen. Du willst es doch auch!“

Die Musik ist so laut, dass ich jedes Wort schreien müsste, sage ich mir. Und sei nicht albern, es war nur eine Berührung, du reagierst übertrieben und Dein Mann gönnt dir sicher den Spaß. Er vertraut Dir.

„Ich möchte meine Familie auf keinen Falls auf`s Spiel setzten!“, sage ich zu Roby und er antwortet: „Ich erwarte nichts, genieße diese Form der Erotik und hier mit mir so zu tanzen.“ Na gut, überzeugt. Darauf hin KANN ich garnicht anders als mich völlig hinzugeben. Jaaa, einfach nur tanzen… In den folgenden 60 Minuten sehe ich schwarz und begebe mich in die Welt der völligen Ekstase, bin eigentlich nüchtern aber wie im Rausch. Öffne die Augen nur ein einziges Mal, als er meinen Kopf zwischen seine Hände nimmt, mich ansieht und fragt, ob alles in Ordnung sei. 

Ich verschmelze mit der Musik, fühle das gleichmäßige Vibrieren des Basses in meinem Körper. Immer und immer wieder „Bum Bum Bum…“, wie ein unendlich langer, niemals endender Liebesakt.

Lusttrunken wanke ich vor ihm hin und her und er beherrscht mich perfekt: Gekonnt greift er in meine wilden, langen, völlig feuchten Haare, zieht meinen Kopf in meinen Nacken und geht mir dabei an die Gurgel. Ein erstes Stöhnen entweicht mir. „Hört doch eh keiner!“, tönt nur noch ganz leise ein mickriges Stimmchen in meinem Kopf. Ich strecke meinen Arm in die Höhe und er drückt meine Hand fest nach oben an die niedrige Decke… Selten habe ich mich so sexy gefühlt. Ich bin Sex. 

Jeder Griff, jede Berührung fühlt sich so perfekt an und löst in mir solch ein Grad der Erregung aus, dass ich mich nach kurzer Zeit nicht mehr halten kann. Immer wieder entweicht mir stetig lauter werdendes Stöhnen. Ich kralle mich in seinen Nacken, schiebe mein Bein zwischen die seinen und presse meinen Unterleib dicht an ihn… Was macht dieser Mann nur mit mir? Wie macht er das? Woher kann er das? Kann es einfach nicht fassen und bin völlig entrückt. 

In kurzen Pausen versuche ich mich schwer atmend wieder etwas zu beruhigen. Ich muss atmen, ich kriege kaum Luft. Es ist so heiß, es ist so wahnsinnig heiß hier und alles ist nass und klebt. Mein Gesicht brennt von seinem salzigem Schweiß auf meiner Haut.

Ich bin Sklave der Sinnlichkeit, pure Hingabe und Leidenschaft. Irgendwann halte ich nichts mehr zurück und schenke mich diesem einzigartigem Moment her. Ich kann nicht genug kriegen und wieder und wieder packt er mich an den Haaren und dreht meinen Kopf hin und her, um meinen Hals und meinen ganzen Nacken abzulecken, drückt mich fest, spielt mit mir wie mit einer Marionette. Oh wie herrlich versaut das alles ist, ich will mehr, ich will so viel mehr, ich liebe dieses nasse warme auf der Haut, überhaupt ist alles nur noch glitschig. Ich liebe das alles! Dann presst er meinen Oberkörper zwischen seine Arme und wiegt mich im Takt hin und her… Mein Gott, ist das schön! Das ist so wunderschön! In dieser einen einzigen Stunde hat Roby mir sämtliche Wünsche, Fantasien und Träume erfüllt wie ich gerne angefasst werden möchte, die ich im letzten halben Jahr gesammelt habe. 

Irgendwann reiße ich mich los. Ich kann nicht mehr und ich mache mir selber Angst. Ich habe einen Zustand erreicht, in dem ich an nichts anderes mehr denken kann als Sex. Er könnte mich hier auf der Tanzfläche nehmen und ich würde es genießen. Auch er will mehr, will weiter gehen. Ich spüre seine Begierde. Er streckt seine Zunge in meinen leicht geöffneten Mund und auf einmal schrecke ich auf, da ich das nicht erwartet habe. Nein, das will ich nicht. Das fühlt sich komisch an. Ich habe seit 10 Jahren keinen anderen Mann als Andy geküsst und auf einmal kommt in mir das Bedürfnis auf, uns diesen „Schatz“ zu bewahren. Ich liebe ihn aus tiefstem Herzen und könnte mit niemand anderem mein Leben teilen! Sein Vertrauen werde ich jetzt nicht verspielen.

Aber gerade jetzt? Nein, Roby, eigentlich will ich noch nicht gehen. Lass uns bitte noch ein bisschen Tanzen. Lass mich noch ein bisschen für Dich tanzen… 

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