20. Mein Erster Bondage-Workshop

Kaum sind die blauen Flecken auf meinem Hintern verheilt, (SommerNachmittagsorgie Teil 2 folgt in Kürze) und die Bisspuren auf meinem Hintern von der letzten Nacht tun nicht mehr ganz so weh, sitze ich auf einer Turnmatte neben meinem Käpt`n (siehe Artikel „Käpt´n mein Käpt´n) bei einem Self-Bondage-Workshop vom JungeS München. Ich bin völlig entspannt und freue mich sehr darauf meinen Käpt`n endlich etwas besser kennen zu lernen, mich mit anderen SM-Interessierten auszutauschen und mich weiterzubilden.

Schnell merke ich: So ganz bin ich aber nicht bei der Sache, denn ich habe nur vier Stunden geschlafen und eigentlich möchte ich mich lieber mit ihm unterhalten, statt von der schnell sprechenden Kursleitung irgendwelche Knoten gezeigt zu bekommen, die ich mir eh niemals merken werde.

Und nicht nur das: Während der Busfahrt zum Veranstaltungsort sage ich mir selbst, dass ich sicherlich in dieser großen Turnhalle einen ungestörten Ort finden werde, an dem wir zwei einen Quickie in der Pause einlegen könnten und packe einfach mal einige Kondome ein. Eine Toilette wird es ja wohl geben, oder? Im nächsten Moment weiß ich aber, dass ich mich das in Realität niemals trauen würde und tituliere mich selbst als größte versaute Spinnerin der Welt. 

Ein tiefer Seufzer und ich nehme mir vor, mich jetzt voll und ganz auf diesen Kurs einzulassen und neugierig zu sein, was alles auf mich zukommt. Mein Kopfkino schweigt in den letzten Wochen und Monaten eh niemals still und es tut gut, sich mit beiden Händen konzentriert einer Sache zu widmen. Wir lernen also unsere Hand – und Fußgelenke, sowie unseren Oberschenkel selbst zu verschnüren und während mein rothaariger, bärtiger SM-Stammtisch-Bekannte so neben mir sitzt, spüre ich wieder diese unerklärliche Anziehung, die ich bereits im Restaurant beim ersten Kennenlernen gespürt habe: Ein leichtes Knistern, forschende und neugierige Blicke, sowie ein kleines Auflodern meiner Erregung bei jeder „rein zufälligen“ Berührung. Jede Gelegenheit ihn anzufassen, ergreife ich bereitwillig und löse ihm den ein oder anderen Knoten am Rücken oder unterstütze ihn, die Seilenden durch eine Lasche zu fädeln, die er selbst schwer erreicht. Gelegentlich sieht er mich flüchtig mit seinen immer noch etwas traurig aussehenden Augen schelmisch an, wie ein frecher Lausbub, der gerade den nächsten Streich ausheckt. Zu gerne wüsste ich was in seinem Kopf herum geht. Sein silbernes Lippenpiercing reflektiert das Licht und seine Andersartigkeit fühlt sich so aufregend an. Bin ich selbst nach Außen doch manchmal etwas spießig und bieder, ist es mein tiefstes Innerstes, was sich nach Tabubrüchen, Grenzüberschreitungen, Wildem und Versautem sehnt.

Meine Dämonen gehen augenblicklich mit ihm in Resonanz und wittern grenzenlose Freifläche, um sich auszutoben. Ein Mann, der es mit ihnen aufnehmen kann. 

Bald merke ich: Self-Bondage ist nicht meine Welt, zwar liebe ich das Gefühl zusammengeschnürt zu werden, finde diese Hilflosigkeit sexy, jedoch habe ich wenig Geduld mit mir selbst. Geduld mit mir selbst zu haben ist sowie so eine Sache: Ich will am liebsten jetzt alles und sofort und mit wenig Aufwand erreichen. Im Umgang mit anderen Menschen sieht das ganz anders aus und ich werde häufig für meine ruhige Ausstrahlung und Geduld anerkannt. 

Nach dem Workshop schnappe ich meinen Käpt`n und wir gehen hinaus aus der Keller-Turnhalle in die Sonne. Herrliche Wärme durchflutet meinen Körper und jede Zelle saugt förmlich das Sonnenlicht auf. Ich genieße das Gespräch mit ihm, schätze seine Menschlichkeit, höre gespannt zu und erzähle frei und ungebunden von meinen Erlebnissen und Vorhaben. Es sollte das erste Mal werden, dass ich mit starker, selbstbewusster Stimme jemandem persönlich sage: Ich bin jetzt bereit mit Dir zu spielen! Ja, ich will! Auf der einen Seite fühlt es sich so befreiend an, dies zu sagen und zu spüren, dass ich wirklich niemandem gehöre und meine Sexualität nicht nur auf die Ehe begrenzt ist.

Auf der anderen Seite sind da noch ein paar Moral-Fetzen, ein paar Überreste, die mir weis machen wollen, wie billig ich doch bin, mich so direkt zum Vögeln anzubieten. Warum fühlt sich sexuelle Freiheit schlampig an? Was ist schon dabei die eigene Lust und Begierde zu teilen und auszuprobieren? Woher kommt dieses negative Image über die Frau, die ihre wilde, unbändige Sexualität in vollen Zügen genießt und auslebt? 

Zurück in der Turnhalle geht der zweite Teil der Veranstaltung los und wir erhalten eine Sicherheitseinweisung, sowie kurze Anleitung einiger Grundlagen und dürfen uns anschließend beim „Fesseltreff“ austoben, wie wir möchten. Käpt`n fragt, ob er mich fesseln dürfe und ich bin unendlich dankbar, denn das ist genau das, was ich mir die ganze Zeit bereits sehnlichst wünsche: fallen lassen und den Verstand in den Stand-by-Modus schalten. Wir beginnen mit einer Fesselung des Oberkörpers. „Ist das ein Bügel-BH?“, fragt er mich, so als ob, ich heute Brot oder Nudeln zum Abendbrot wolle. „Nicht, dass es unangenehm für Dich ist. Ich glaube ohne BH ist es besser, nicht, dass es Dir wehtut.“ Im Ordnung, weg mit dem eh viel zu unbequemen Ding! Ich liebe diese Direktheit und ich habe kein Problem damit vor all den Leuten mir unter dem T-Shirt den BH auszuziehen. Ich glaube ich entwickle zunehmend leicht exhibitionistische Züge und liebe es die Menschen um mich herum ein bisschen zu provozieren und zu necken. 

Dies ist bereits die dritte Stunde und meine Erregung steigt still und heimlich weiter an. Während er hinter mir sitzt und mir die Arme hinter dem Rücken verschnürt, kann ich mich auf einmal nicht mehr halten und lehne meinen Oberkörper gegen den seinen. Oh Gott, fühlt sich das gut an! Wären wir doch nur alleine, denn es fällt mir so schwer mich zu beherrschen! Ich drehe meinen Kopf zur Seite und vergrabe mein Gesicht in seinem warmen, verschwitzen Hals, flüstere ihm leise stöhnend zu: „Das ist so sexy!“.

Es geht weiter: Der Käpt’n bettet meinen Kopf auf seinem weichen, schwarzen Pullover und beginnt hingebungsvoll meine ganzen Beine zusammen zu schnüren. Augenblicklich bin ich pure Hingabe. Ich schließe die Augen, spüre die Müdigkeit der kurzen letzten Nacht im ganzen Körper, werde schwer wie Blei, sinke regelrecht in die eigentlich harte Turnmatte hinein. Das erste feste Zusammenziehen der Seile an meinen Knöcheln, lässt mich erschauern vor Lust. Hmmm, warum haben diese simplen Seile nur solch einen starke Wirkung auf mich?

Die Seilenden gleiten über meine Haut, Zentimeter um Zentimeter werde ich unbeweglicher und mit jedem weitern Seil auf meinem Körper spüre ich den Druck und die Anspannung weichen, als würde alles Störende regelrecht herausgedrückt, wie bei einer guten Massage.

Minute um Minute vergeht und während jede noch so kleine Berührung seiner Hände oder der Seile meinen Körper in Millimeterarbeit in eine bebende Bestie verwandeln, beruhigt mich das Stimmengewirr all der anderen Gäste so sehr, dass ich immer wieder dahin döse. 

Meine Augen sind fest geschlossen, möchte alles wahrnehmen und meine Sinne sind hellwach. Während ich auf dem Bauch liege, spüre ich auf einmal einzig und allein seine Wärme und weiß, dass sich nun sein ganzer Oberkörper genau über mir befinden muss. Schlagartig bricht der Damm: eine Wucht an Erregung ergreift den ganzen Körper wie eine Naturgewalt, die alles mitreißt, was ihr in die Quere kommt, wie die letzte intensivste, alles ergreifende Wehe einer Geburt. Wer bereits ein Kind natürlich auf die Welt gebracht hat, der weiß vielleicht wovon ich spreche.

Er stützt seine Hände neben den meinen ab. Instinktiv kralle ich mich in den seinen mit all meiner Kraft fest, so fest, dass es mir beinahe weh tut. Und ich atme schwer, atme so schwer wie nach einem Sprint. Mit Mühe kann ich meine Lippen aufeinander pressen, um nicht laufhals aufzustöhnen.

Oh, meine Güte, was ist hier los? Was ist denn das? Das ist unfassbar! Schnell, beruhige Dich, Hazel. Atme weiter, nicht aufhören tief zu atmen, es geht vorbei! Lasse seine Hände dabei aber nicht los, als wären diese wie Blitzableiter und würden diese plötzlich freigesetzte Energie in den Boden weitergeben. Während ich mich versuche mit aller mentalen Kraft, wieder in die Realität zurück zu holen bin ich hoffnungslos überwältig! Er hätte in diesem Moment alles nur Erdenkliche mit mir machen könne. Ich wäre willig gewesen!  

Meine Beine sind bereits vollständig gefesselt, zwischen meinen Oberschenkeln pulsiert meine feuchte Muschi, doch ich möchte mehr und kann nicht genug kriegen. „Bitte mach noch weiter.“ Geduldig, mit viel Hingabe umwickelt und verknotet er noch meine Zehen, greift flüchtig an meinen Po und ich genieße das alles so sehr, könnte stundenlang so hilflos und ausgeliefert vor ihm liegen. Beinahe regungslos, beinahe schmerzhaft zusammengebunden erlebe ich völlige Loslösung, Entspannung und gleichzeitig eine Stufe der Erregung, die ich nie zuvor erlebt habe…

Der Käpt´n verabschiedet sich mit einem flüchtigen Kuss auf die Wange mit den Worten: „Liebe Grüße an Deinen Mann! Großen Respekt dafür, dass er es so genießen kann, dass andere Männer dich begehren und ich hoffe, ich habe Dich gut für ihn heute Abend vorbereitet.“ Er zwinkert mir zu und unsere Wege trennen sich. Was für ein unheimlich netter Mensch und warmen Herzens drehe ich mich um und mache mich auf den Heimweg. Auf der Fahrt schaue ich auf mein Handy und als hätte mein Mann es geahnt, sehe ich eine Nachricht von ihm: „Um 20.30 Uhr schaue ich Fußball, danach bekomme ich eine Massage von Dir (inklusive Prostata) und nehme mir anschließend alles was ich brauche! Du hast Dich bereit zu halten!“ Ich grinse breit und fahre entspannt, tiefdankbar und mit Vorfreude nach Hause. Lasst die Nachtschicht beginnen… 

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. transomat sagt:

    Hmmmm
    wann wirst Du Dich so gehen lassen können wie Du es Dir wünschst !
    Sehr anregend Deine Offenheit

    Gefällt 1 Person

    1. Danke Dir! Ja, bin gespannt, wie es mit meinem Kätpn weiter geht und kann es kaum erwarten…

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