23. Meine Erste BDSM-Session

Zweimal läuft mir Sperma den Hals hinunter, zweimal Sex mit zwei unterschiedlichen Männern an einem einziger Tag?! Ist das Dein Ernst, meine Liebe? Die unersättliche, süchtige Hazel feiert einen Sommer der Sinnlichkeit, feiert ihre neu gewonnene sexuelle Freiheit und gewinnt an Selbstvertrauen. 

Gerade einmal sieben Stunden sind vergangen seit dem ich meinen letzten heftigen Orgasmus von Andy, meinem Mann geschenkt bekommen hatte. Gerade eine einzige Stunde ist vergangen, seitdem ich weiß, dass mein Käpt`n spontan unser aller erstes Treffen vorverlegen kann. Jetzt, um 23 Uhr klingelt es und er steht freundlich lächelnd, schick gekleidet im halbdunklen Hauseingang. Mein Herz rast, ich bin so unheimlich nervös, denn dies ist das erste Mal, dass ich allein bin und einen Mann zu mir nach Hause einlade. Doch das Spiel beginnt schon um 21.21 Uhr…

Am Freitag, um 21.21 Uhr schreibt der rothaarige Däne mit dem wilden Bart, während ich mich gerade genüsslich in der Badewanne aale: „Was ist bei Dir heute Abend so los? Ich freue mich auf Montag (noch drei mal schlafen) und vielleicht bringe ich ja ein wenig Seil mit. Hätte wohl doch heute bei Dir vorbeischauen sollen…“

21..28 Uhr Hazel: „JA!!!! Aber bekanntlich hälst Du willige Frauen gern noch ein bisschen hin.“

21.31 Uhr Käpt`n: „Möglicherweise. Soll ich mich noch auf den Weg machen? Bin gerade ein wenig unterschlossen.“

Ich falle regelrecht aus der Wanne: Wie bitte??? Mein Magen dreht sich um vor Aufregung und Kribbeln. Ich kann es kaum fassen! Seit dem Bondage-Workshop mit ihm, wünsche ich mir nichts sehnlicher als mit ihm endlich zu spielen. Und bereits seit unserem ersten Treffen tobe ich mich mit ihm in meinen Fantasien aus. 

21.50 Uhr Käpt’n: „Ich mache mich kurz fertig und dann auf den Weg. Bin um ca. 23 Uhr bei Dir. Hast Du Holzwäscheklammern?“ 

Oh, ich freue mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Und mach mich nicht noch nervöser, als ich eh schon bin. Ja, ich denke ich finde hier sicherlich so etwas.

21.59 Uhr Hazel: „Wir sind so verrückt.“

22.00 Uhr Käpt`n: „Könnte sein.“ 

Fassungslos starre ich auf mein Handy und kann mein Glück kaum glauben! Und dann geht es los, ich habe gerade mal eine Stunde Zeit um Wäscheklammern zu suchen, mich zu rasieren, anzuziehen, ein frisches Bett vorzubereiten, bis die Klingel ertönt. Er ist da! Nachdem ich nervös mit ihm im Haus herum tippel und nicht recht weiß, was ich jetzt machen soll, schlägt er vor, dass wir das Spiel beginnen, denn dann lege sich die Nervosität sicher wieder.

Dankbar für seine Initiative folge ich ihm hinauf in unser Schlafzimmer. Dort weist er mich an, mich erstmal auf das Bett zu setzten und legt mir Handfesseln um beide Handgelenken. Bereits seinen Körper so nah an mir zu fühlen lässt mich erschaudern vor Lust. Doch nicht nur das, wenige Augenblicke später verbindet er mir die Augen und ich sehe fortan nur noch schwarz.

Ich lasse mich rückwärts auf das Bett fallen und krümme mich schwer atmend zusammen. Was ist nur los mit mir? Wie kann es sein, dass die sonst so kontrollierte Hazel von einem Moment auf den anderen eine willige, rein lustgesteuerte Frau wird? Diese Spannung, diese Ungewissheit was als nächstes passiert, diese Geräusche der Metallketten, seine Schritte, die ich höre … Nach Minuten, die sich in Ewigkeit ausdehnen, nimmt er mich an den Händen und führt mich in die Zimmermitte.

Dort angekommen befestigt er meine Handgelenke über meinem Kopf und zieht sie am Dachbalken hinauf. Immer wieder spüre ich seine Körperwärme in meiner Nähe und eine einzige zärtliche Berührung über meinen Körper lässt meinen Atem bereits schwerer gehen. Als er beginnt meine Fußgelenke zu fesseln und mich breitbeinig zu platzieren, erlebe ich zum ersten Mal was es heißt zum Spielzeug zu werden, wie ein Fähnchen im Wind. So lange sehne ich mich nach diesem Gefühl und wie oft habe ich solche Szenen vor meinem inneren Auge abgespielt. 

Vor einer guten Stunde aalte ich mich in der Badewanne und nun stehe ich hier, völlig nackt und ausgeliefert vor diesem fast fremden Mann, krümme und winde ich mich in alle nur erdenklichen Richtungen und zwischen Kettenklimpern und meinem Stöhnen höre ich seine Befehle erklingen.

„So, Frau Singer. Das Ausspucken des Knebels wird mit 10 Schlägen bestraft, vorab haben Sie sich für Ihr Benehmen zu entschuldigen und dann zählen Sie los.“ Doch statt das mir diese Drohung Angst macht, bin ich hellwach und dankbar. Ja, sag mir endlich wie schlimm und versaut ich bin und versohle mir dabei den Hintern nach Herzenslust. Ich habe nichts besseres verdient. Reumütig flüstere ich ein leises: „Entschuldigung.“ 

Die Atmosphäre um mich herum beginnt zu knistern und meine Spannung steigt ins Unermessliche. Wann, wie und mit was wird er mich schlagen? Die ersten Lederstreifen prasseln auf mich ein. 

„Aua!“ Es ist so gemein. „1… “ Die Gerte schnalzt durch die Luft.

„Autsch!“ Es ist so genial. „2… “ Die Peitsche klatscht mit voller Wucht auf meine Haut.

„Ah Ah Ah!“ Es brennt so sehr aber mach weiter! „3….“  

„Kleiner Tipp: Zähle erst dann weiter, wenn Du für den nächsten Schlag bereit bist!“ 

Selbst diese einfach Aufgabe fällt mir so schwer. Ich bin in einer Welt, in der der Verstand nichts mehr zu melden hat. 

„Nein, nein, nein!“ Worauf lass ich mich hier nur ein aber bitte nochmal! „4 …“

Die weiteren sechs Schreie meines Lustschmerzes hallen durch das große Dachgeschosszimmer. Mein Käpt`n beherrscht dieses Spiel perfekt: ganz langsam steigert er die Intensität, verwendet Neunschwänzer, Peitsche, Gerte im Wechsel, immer wieder streichelt, küsst und drückt er meinen immer heißer werdenden Hintern zwischen den Schlägen. Und dann in einem Moment, in dem ich versuche meine Oberschenkel zusammen zu pressen, mich hinab hängen lasse, spüre ich seine Beine unter meinem Hintern, sodass ich mich fast darauf setzen kann. Oh Gott, seine Hand tastet nach meiner Öffnung, einige Finger gleiten in meine feuchte Muschi…aufbäumend vor Lust werfe ich den Kopf in den Nacken und er greift mir an die Gurgel… 

Mir wird schwindelig, dies ist die reinste Lustfolter, ich kann nicht mehr, meine Hände kribbeln, ich hyperventiliere beinahe. „Ich bin fertig, das macht mich fertig, ich dreh durch.“ Hauche ich völlig außer Atem in die Dunkelheit.

Ich bin unendlich dankbar, dass er meinem Wunsch nachkommt und meine Hände herablässt, mir einen Stuhl unter den Hintern schiebt und mir einen Schluck Wasser gibt. Wie kann man nur so liebevoll, so umsichtig und herzlich sein und im selben Moment solch eine Freude am Quälen, am immer weiter an die Grenzen treiben, haben? 

Eine Träne kullert mir über die Wangen und ich bin völlig durcheinander. Warum weine ich denn nun, obwohl mir das alles solch eine Lust und solch einen Spaß bereitet? Ich verstehe die Welt nicht mehr! „So alleine und fixiert in der Dunkelheit zu stehen kann sehr emotional sein.“, sagt der Käpt`n verständnisvoll, während er meinen Kopf in den Händen hält und mir eine Strähne aus dem Gesicht streicht. 

Seine Wärme und Nähe tun so unheimlich gut, sodass die Traurigkeit im Nu verfliegt und meine Dämonen mich antreiben, das Spiel weiter fortzusetzen. Ich werde angewiesen mich zu bücken und meine Arme hinter dem Rücken zu verschränken. Bereits allein diese Position versetzt mich erneut ins Beben und bereitwillig nehme ich den Schwanz des Käptn`s tief in den Mund auf… 

Ich werde auf`s Bett getragen und nach allen Regeln der Kunst verwöhnen wir uns gegenseitig: es wird geblasen, gevögelt, geleckt, gewichst, gefingert, gekuschelt… Und immer wieder höre ich ein paar leise gesprochene Dänische Worte aus seinem Mund, die so neckisch und verspielt klingen, dass dessen Klang mich leise lächeln lässt. Noch zwei weitere Male an diesem Abend wünsche ich mir nichts sehnlichster als den Hintern versohlt zu bekommen und dieser Wunsch wird mir mit Vergnügen erfüllt.

Beim letzten Mal, darf ich mir das Schlagwerkzeug aussuchen. Ich stutze und bin ernsthaft durcheinander: Wie soll ich das selbst entscheiden? Ich will keine Lusche sein und mir das am wenigsten schmerzhafte aussuchen aber freiwillig das heftigste wählen? Mit gemischten Gefühlen betrachte ich die drei Werkzeuge.

Ich stecke in der Bredouille und strapaziere die Nerven, des sonst so geduldigen Käpt`ns. Er grummelt wütend, dreht mich auf den Bauch, packt meinen Hintern und legt los. Es ist so herrlich mit entblößtem, sicherlich bereits heiß-rotem Po, splitternackt so vor ihm zu knien.

Dies sollte aber auch die schmerzlichste Erfahrung des Abends werden (schließlich habe ich bereits einiges ertragen) und ich bin kurz davor das Safewort zu sagen. Doch der Abend sollte enden, ohne, dass ich es ein einziges Mal sagen muss und ich bin stolz auf uns, denn der Käpt`n sagte zu Beginn: „Es läuft schon sehr schlecht, wenn man das Wort überhaupt nutzen muss. Eigentlich braucht man es in der Regel nicht.“ Ich versinke in seinen Armen und genieße diesen friedlichen Moment, könnte ihn ewig auskosten, noch die ganze Nacht mit ihm hier liegen, gelegentliches Aufbäumen vor Lust und Geborgenheit abwechselnd genießen.

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass das Leben zu kurz sei, um nicht BDSM zu betreiben. Wie Recht derjenige hat, wird mir an diesem Abend klar. Zumindest sollte jeder Mensch im Leben es einmal ausprobieren. Ich weiß mittlerweile: Ich liebe dieses Spiel in all seiner Verrücktheit, in all seinen Facetten und meiner Erotikwelt eröffnet es völlig neue Dimensionen. Der angeborene Spieltrieb der Menschen findet hier seinen Raum. BDSM erfordert so viel Empathie, Menschenkenntnis, Verständnis und Feingefühl, dass ich das Image der brutalen, krankhaften, perversen BDSMler absolut nicht nachvollziehen kann.

Ich werde getrieben von dem eigenen Bedürfnis nach Grenzerfahrung, Hilflosigkeit, Kontrollverlust und Erniedrigung, stelle mich hingebungsvoll zur Verfügung und fühle mich zur selben Zeit wie eine verehrte, ehrlich respektierte Königin, die ganze bezaubernde Nacht lang.

Danke, meinem Mann, der mich großzügig teilt und mir diese Erfahrung ermöglicht. Danke, mein Käpt`n, für diese Fahrt auf die raue, unendlich weite See. Wenn Du einmal wieder mit Deinem Schiff den sicheren Hafen des Alltags verlassen möchtest, nimm mich mit an Board, denn ich kann das nächste Abenteuer mit Dir kaum erwarten… 

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. transomat sagt:

    Es macht mir so einen Spaß, zu lesen wie viel Spaß Dir das verworfene, das schmutzig Schöne macht. Hazel, genieße es.

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  2. 😊Ich Danke Dir vielmals, transomat! Und macht weiterhin Mut zu forschen. Selbst auch Erfahrung in dem Bereich?

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    1. transomat sagt:

      Ohh ja Hazel, ich weiß wie gut es sich anfühlt das ganze Moralgedöns abzustreifen, Tabus zu brechen, sich alle Perversen Wünsche zu erfüllen. Es ist einfach wunderbar und so schön schmutzig. Mit tun alle Menschen so Leid die das nie haben.. du bist auf einem sehr richtigen, wenn auch nicht geradem Weg. Genieße es Hazel

      Gefällt 1 Person

      1. 🙂 Ja, eigentlich haben wir Menschen alle unbändige Seelen… habe zum Glück Vorbilder wie Susanne Wendel, die mir Mut machen. Schönen Wochenstart Dir!

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  3. siegelbruch sagt:

    Für Lust gesteuerte Frauen, die logische Erklärung ihrer Lust, vor allem der, die da peinlichst verborgen liegt in ihre Brust, du als Frau lässt dich sogar fesseln, damit du diese nicht entfesseln musst.
    Weiteres zur Klärung deiner Lust: http://upvs.wordpress.com
    Man soll es gar nicht denken, was Frauen alles ausschließen, um ja nicht ihre Entfesselung zu genießen: https://upvs.files.wordpress.com/2018/01/die-gluecksehe-s-50.pdf

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