26. Mit einem Liebhaber im Swinger Club – Die Vorbereitung

„Ich bin also ein Schwein?!“, höre ich meinen Käpt`n rechts neben mir im Auto in der Dunkelheit sagen. „Schwein ist noch zu milde ausgedrückt!“, antworte ich mit einem leicht gespielt empörten Ton. Oh Käpt`n mein Käpt`n, Du machst mich so fertig. Kaum habe ich Luft geholt, geht die wilde Fahrt auf rauer See schon weiter. Der Wind peitscht um Dein ruhiges und freundliches Gesicht, unser kleines Boot wankt wie eine Nussschale auf dem endlosen schwarzen Ozean umher. Doch Du stehst am Bug, das Salzwasser tropft Dir über Dein Gesicht und perlt an Deinem roten Bart auf mich hinab. Mit festem Griff behälst Du das Steuer in der Hand, der Blick fokussiert in die Dunkelheit gerichtet, bereit alles zu geben um die nächste Welle zu bezwingen. Ein Blick auf den Kompass. Mit unheimlichem Fingerspitzengefühl lotest Du die Richtung aus, denn Du kennst die Naturgesetzte, Du beherrscht Deine Materie und so gebe ich mir Dich voll tiefstem Vertrauen hin.

Und nun? Nun zappele ich an Deinem Haken, flehe Dich an anzuhalten und Du machst gnadenlos weiter, lässt mich nicht los, treibst mich weiter an. Du quälst mich, peitscht mich durch die Sturmflut meiner niemals zu enden scheinenden Erregung…

Nach diesem Sommer der Sinnlichkeit, der Sommer indem Andy und ich einige unserer tiefsten Sehnsüchte und Fantasien erlebt haben, sind wir beide in der Phase der Ernüchterung angekommen. Schwanz ist Schwanz, Muschi ist Muschi. Was den Unterschied für uns macht, ist die Persönlichkeit, der Charakter, ja regelrecht „die Schwingung und Energie“ eines Menschens, die man mit der körperlichen Nähe fühlt, wenn man rezeptiv ist. Oder auch die Vorlieben, die Art der Berührung, den Erfahrungsschatz, den jemand mitbringt… all diese kleinen feinen Details sind uns viel wichtiger geworden. Nach dem wir nun einiges ausprobiert haben, können wir klarer sagen und dazu stehen, was für uns und für jeden einzelnen passt und was nicht. Und unsere Wertschätzung und Liebe füreinander ist dadurch nochmal ein riesen großes Stück gewachsen. Wir wissen so sehr, was wir an einander haben! 

Zwei mal wurden Dates nur wenige Stunden vor dem vereinbarten Treffen abgesagt, auf die ich mich so gefreut und bereits mit viel Mühe vorbereitet hatte. Daraus habe ich den Schluss gezogen, es einerseits auch einfach ohne jeglichen Grund bewusst nur für mich schön zu machen im Haus, oder für meinen nicht einen anderen Mann eine Aufmerksamkeit zu besorgen, ein tolles Essen für die Kinder hingebungsvoll zu zubereiten. Denn warum legt man sich für Gäste mehr ins Zeug, als für die Menschen, die man liebt und die einem an nächsten stehen? Und andererseits habe ich dadurch gelernt, nicht so verkrampft festzuhalten, sondern mehr neugierig zu sein auf das was sich auf „natürliche Weise“ ergibt und die anderen Menschen in meinem Umfeld einmal mehr führen zu lassen. Bisher war ich immer diejenige die größtenteils alles organisiert und initiiert hat, denn ich habe gerne genauen Einfluss um das, was um mich herum passiert. Jetzt sind einmal andere dran!

Die willensstarke Frau Kontroletti ist zwar ein bisschen wutschnaubend durch das Haus gerannt aber genießt jetzt seit einiger Zeit weit weg in die Karibik ihren wohlverdienten Urlaub. Ich muss gestehen: Es lebt sich ausgezeichnet mit etwas weniger Einfluss von Ihnen, Madame! 

Und siehe da: kurze Zeit später befinde ich mich auf dem Weg in den Lillith Club und wer sitzt neben mir? Niemand anderes als mein begehrter und hochverehrter Herr Käpt´n. Völlig überraschend, völlig unverhofft. Dies ist unsere zweite Sex-Verabredung und diesmal ist ER nervös, denn dies ist sein Erster Besuch in einem Swinger Club in Deutschland. In Dänemark hat er bereits einige besucht und Erfahrung gesammelt.

Heute fühle ich mich wie nie zuvor auf dem Weg zu einem Date: Ich bin entspannt, völlig ausgeglichen, da ich den ganzen Tag über gearbeitet habe und mich mit all meinem Potential ausgetobt habe. Ich fühle eine wohlige Bereitschaft in Körper, Geist und Seele. Ich kann nicht nur mit anderen Menschen Zuhause im trauten Schlafzimmer spielen, sonder kann mich auch in einem Club mit vielen Menschen fallen lassen. All die Erlebnisse der letzten Wochen haben mich mutiger und sexuell selbstbewusster gemacht. Und warum eigentlich nicht, denn jeder zeigt sich hier in intimsten Momenten?! „Zumindest in der Theorie, sofern Du niemanden kennst und eine Vertrauensperson dabei hast, Hazel!“, flüstert mein Verstand leise in mein Ohr. „Tu nicht so, als wärst Du die Freiheit in Person! Wir werden ja noch sehen und Du wirst Deine Grenzen sicher ein wenig erweitern müssen…“

Gegen 21.30 Uhr betreten wir den Club und die meisten Pärchen sind schon da. Wir besorgen uns etwas zu trinken an der Bar und setzten und gemütlich auf eine Bank. Erst jetzt sehe ich mich in einem großen Spiegel: Ich trage ein sehr kurzes schwarzes Kleid mit langen Trägern und einem Ausschnitt, der so tief fällt, dass beide in schwarze Spitze eingehüllten Brüste beinahe komplett sichtbar sind. Dazu Strapse mit feinen Spitzenstrümpfen, sowie 11cm hohe Lederhigh Heels, auf denen ich etwas unbeholfen umherstackse. Mein Anblick gefällt mir garnicht so schlecht und ich bin zufrieden mit mit meiner Wahl, dafür, dass ich es auf die Schnelle zusammen gestellt habe. Schließlich habe ich innerhalb einer Stunde gebadet, mich rasiert, das Outfit gewählt und angezogen, mich geschminkt, allen drei Kindern die Zähne geputzt und bin zum Club gefahren.

Aber jetzt zurück zu unserem Abend: Es ist so unglaublich entspannt in einem Swinger Club, wenn man vorab klare Regeln ausgemacht hat und mit einem Partner konkrete Dinge vorhat („1. Käpt`n und ich spielen zu zweit in einem der SM-Zimmer, 2. keine weitere Spielpartner“). Die anderen Menschen nehme ich nur verschwommen wahr. Mir ist überhaupt nicht wichtig, was um mich herum passiert und auch die prüfenden, teilweise lüsternen Blicke einiger Gäste stören mich nicht, sondern amüsieren mich eher. Tut mir leid, in dieser Nacht gibt es nur diesen einen Mann an meiner Seite: Meinen einzigartigen Käpt`n. 

Sicher eine halbe Stunde sind wir in spannende Gespräche vertieft und ich liebe es mich mit ihm zu unterhalten. Auch von Gesprächen mit ihm kann ich scheinbar nicht genug kriegen… Wäre da nicht dieser verführerische Duft seines Körpers, der mir in die Nase steigt und der mich wie magisch anzieht, würde ich nicht die wohlige Wärme seines Oberschenkels an dem meinen fühlen und sich unsere Hände hin und wieder berühren, so könnte ich hier Ewigkeiten noch so weiter sitzen. In Deinem ernüchtertem Zustand und mit der gehörigen Portion Pragmatismus, mit dem Du hier gerade sitzt, wirst Du Deine Dämonen sicher gut im Zaum halten können, Hazel! Konzentriere Dich bitte auf den Inhalt des Gesprächs. In dem ernüchterten Zustand, in dem Du dich befindest, wird heut nicht viel laufen und es wird ein ganz gemütlicher Abend für Euch beide…

Wär hätte gedacht, dass ich fünf Stunden später, eine der letzten Menschen bin, die den Club verlässt?

In der einen Sekunde gedacht und in der nächsten Sekunde widerlegt: Seine Hand streicht einmal kurz über meinen Oberschenkel und augenblicklich zieht sich mein Unterleib heftig zusammen, mein Atem geht schwer, ich schließe meine Augen und muss mich mit Mühe in die Realität zurück holen.

Schallendes Gelächter meiner Dämonen erklingt: Unterschätze niemals, wirklich niemals unsere Macht! Wir sind immer an Deiner Seite, verfolgen Dich unauffällig auf Schritt und Tritt, warten nur auf den Moment, in dem wir Deine Vernunft verschlingen und Dich völlig vereinnahmen können. Deine gequirlte Hirnwichse kannst Du ein für alle Mal vergessen, Hazel! Du bist gierig, unersättlich, unbändig und versaut! Glaub es endlich!“

Immer wieder berührt er mich und blickt mich von der Seite schelmisch an, während er beobachtet, wie ich meine Augen verdrehe, mich versuche zu beruhigen. Es ist an der Zeit für mehr und wir machen einen Rundgang durch die verschiedenen Zimmer. Überall Sex, Stöhnen, nackte Haut und ich weiß nicht wohin ich schauen kann und traue mich nicht so Recht die Menschen ausgiebig bei ihrem Liebesspiel zu beobachten. 

Bereits jetzt bin ich pure Begierde und jede kleinste Berührung löst jegliche Selbstkontrolle in Luft auf. Er könnte mich hier in der Ecke nehmen und ich würde mich augenblicklich widerstandslos und willig hingeben.

Doch er hat andere Pläne, das ist alles nur ein leichtes Vorgeplänkel für ihn, ein amüsantes Spiel. Er kommt mir so vor wie ein 5-jähriges, abenteuerlustiges Kind, das im Vorgarten heimlich mit Holz und Spän herumzündelt, ohne recht zu Wissen, welche Gefahren auf ihn lauern und wie schnell die bald lodernden Flammen ihn drohen zu verschlingen. Das Spiel mit meinem Feuer ist gefährlich, Käpt`n… sicherlich weiß Du genau was Du mit mir tust?! 

Wir stehen vor dem BDSM-Zimmer, bereits lusttrunken wanke ich neben ihm her und er führt mich geradewegs Richtung Fenster. „Platsch“ platziert er zielstrebig meine beiden Hände auf der kalten Fensterbank und gibt mir einen Schlag auf den Hintern. Er legt mir Handfesseln fest um beide Handgelenke. Oh nein, jetzt geht es los. Das Spiel beginnt. Jetzt gibt es kein zurück mehr und allein dieser Gedanke lässt mich erschaudern und zittern vor Lust. Doch aus den Augenwinkeln sehe ich einige Augenpaare auf mich gerichtet und daher versuche ich noch ein wenig den letzten Rest meiner Contenance zu bewahren. Seelenruhig nestelt er an der Halterung der Strapse herum und öffnet jeden einzelnen der vier Stränge. Anschließend zieht er mir mein Kleid und meinen BH aus. Ich möchte ihm helfen und ziehe meine eine Hand von der Fensterbank weg, damit der Träger hinab gleiten kann. Klatsch, erhalte ich eine Ohrfeige und er legt meine Hand wieder zurück an ihren Platz. Erleichterung. Aber was ist das??? Ich genieße diesen leichten Schlag ins Gesicht und nicht nur das: ich spüre wie eine tiefe Sehnsucht nach völligem Machtverlust, nach Erniedrigung in dieser kurzen Schrecksekunde in mir gestillt wird. Danke! Danach sehne ich mich so sehr, mein Käpt`n. Ich habe wirklich heute gar nichts zu sagen, jetzt fühle ich es tief in mir. Ab jetzt werde ich mich nur noch Dir und Deinen Anweisungen unterwerfen. Ich tu alles für Dich, gehorche blindlings und verspreche Dir hoch und heilig alles für Dich zu ertragen, was Du mir antun möchtest!

Das ist erst der Anfang. Lasst die Nachtschicht beginnen und freut euch auf die Fortsetzung, die folgt in Kürze…

 

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. transomat sagt:

    Danke das Du Deine Leser zusehen lässt. Auch den Blick in Deine Seele zulässt. Ich bin ergriffen und trotzdem hart.

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    1. 😀 danke für Deine Kommentare, die mich immer schmunzeln lassen!

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  2. transomat sagt:

    Ich gebe den Dank zurück an eine tolle Frau die meine Libido immer wieder sehr anregt.

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