Der Beginn eines neuen Kapitels…

Nie schaffe ich es ohne ein paar Schrammen an den Händen, ein wenig Muskelkater und einen verspannten Nacken spät nachts nach Hause zurück zu kehren. Eigentlich habe ich alle Hände voll zu tun und möchte arbeiten, doch ich kriege es einfach nicht hin und muss Euch schreiben, sonst platzt mir der Schädel vor Eindrücken, Gedanken und Erlebnissen, die ich mit Euch teilen möchte. Doch langsam, langsam, nicht zu voreilig: Fangen wir die Geschichte von Vorne an…

Letzten Spätsommer habe ich es zu weit getrieben und meinen so großzügigen Mann verletzt. Zudem kamen meine Erfahrungen und Beobachtungen während meinem Model-Auftritt bei einer Fetisch-Modenschau und – auch wenn ich es selbst kaum glauben konnte – ich hatte einfach genug von all dem. Hazel war tatsächlich satt und der Lustmolch zog sich in ein mildes Gewässer zurück. Seitdem ist es hier still geworden, denn meine Beziehung und meine Familie sind mir 1000x wichtiger als gelegentliche Affairen und Abenteuer.

Die Basis muss passen, das Fundament braucht Stabilität, um dann den Launen der Natur trotzden zu können.

Dies hat lange Zeit stand gehalten, dachte ich doch, dass nichts und niemand unser starkes Band beschädigen könnte und wir haben die wildesten und heißesten Erlebnisse geteilt, unsere Beziehung geöffnet… Doch irgendwann gab es einen Knick und für den bin allein ICH verantwortlich. Dafür stehe ich gerade und habe innerlich einen Schlussstrich gezogen. 

Hehe, glaub ihr wirklich wir Dämonen können ununterbrochen still in der Ecke sitzen? Denkt ihr, dass wir uns langfristig einsperren lassen?

Für einige Monate habe ich es geglaubt und habe mich mit Einsicht zurück gezogen und all meine Energie in Wundheilung gesteckt. Auch habe ich wieder mehr schätzen gelernt, was ich eigentlich alles Wunderbares habe im Leben. 

Doch trotzalledem: Seit einem Jahr nun schwebt eine neue Dämonen-Gattung hin und wieder durch das Schlafzimmer: Die Idee als Domina zu arbeiten, meine Lust am Quälen, Sabotieren, Kommandieren anderen als Service anzubieten….

Andy bekräftigt mich – er ist einfach der beste Mann, den man sich wünschen kann – denn er spürt genau, dass ich neugierig bin und mich irgendetwas daran reizt. Eine Bekannte von mir ermutigt mich auch: „Mit Prostitution hat die Arbeit im Domina-Studio noch lange nichts zu tun. Probiere es doch einfach aus. Doch was ich in Deinen Geschichten heraus lese ist, dass es momentan immer um DICH und deine eigenen Wünsche geht. Wenn du das wirklich machst, geht es um die Männer und was SIE brauchen.“

Dieser Satz öffnet mir die Augen und sofort erkenne ich den Unterschied. Spüre auch, wie radikal ich in letzter  Zeit war und wie ich mir rücksichtslos einfach geholt habe was ich persönlich brauche. Also wie mache ich nun weiter? Was steht an?

Ich brauche ein halbes Jahr um mir langsam im Klaren zu sein, wie es weiter geht: Erstmal schaue ich mir das einfach ganz in Ruhe alles einmal an. 

Eine andere Bekannte und erfahrene Freundin kennt ein Domina-Studio und empfiehlt es mir weiter. Die leitetende Domina dort ist viel beschäftigt und schwer zu erreichen. Bis ich einen Termin für ein Kennen-lern Gespräch bekomme, vergehen weitere Monate und ohne Prostitutions-Ausweis kann sie mich nicht ins Studio lassen aus gesetzlichen Gründen. 

Puh… ich muss mich offiziell registrieren? Will ich das wirklich? Du spinnst einfach nur, Hazel!!

Die Zeit verstreicht, irgendwann gewinnt meine Neugierde (oder meine neue Dämonengattung) und ich tue es einfach, organisiere mir ein Termin und stehe mit laut pochendem Herzen und leicht zittrigen Händen am Empfangstisch beim Amt. “

Hazel, das ist erst der Anfang und alles noch relativ harmlos. Dein Grad der Aufregung wird sich noch um ein Vielfaches steigern…“, flüstern mir meine Dämonen ins Ohr. 

Die Mitarbeiter dort sind hocherfreut, denn sie sind es nicht gewohnt, dass überhaupt jemand Deutsch mit ihnen spricht. Ich fühle mich einfach nur unbehaglich, all die Fragen, all die Informationen … ich sitze hier glücklich verheiratet und habe drei kleine Kinder und möchte mich laut Gesetzt „prostituieren“?!

Wütend erwidere ich meinen Dämonen: „Komm schon, ist das Euer Ernst? Könnt ihr schwarzen kleinen Biester nicht endlich mal Ruhe geben? Was wollt ihr eigentlich noch von mir? Ihr habt Dinge erlebt, wovon sich manch ein Mensch kaum zu träumen wagt!! Also haltet endlich die Klappe, kapiert?

Aber jetzt bin ich ja bereits dort und kurze Zeit später habe ich den Ausweis im Portemonnaie.

Wieder vergeht eine ganze Weile. Wieder dauert es, bis ich einen Termin erhalte aber diesmal im Domina-Studio für ein Kennenlern-Gespräch, zum Schnuppern.

Als der Tag der Tage soweit ist stehe ich leicht transpirierend und hoch nervös vor der Eingangstür und klingele bei „Domina-Studio“. Die „Lady“, so wie man Dominas gern nennt, nimmt mir glücklicherweise schnell die Angst, plaudert fröhlich drauf los und springt vergnügt zwischen all den Gerätschaften umher.

Das gleiche Spiel beginnt von Vorne: Ein dickes, schweres, großes Buch wird aufgeschlagen, das erste Kapitel beginnt und ich schreite durch die verschiedenen Zimmer mit großen, neugierigen Augen und langsam aufblitzenden kleinen Teufelsöhrchen. Ich weiß nicht recht was ich fragen soll und folge ihr ein wenig überwältigt, teils schockiert, teils verwundert, teils fassungslos. Ich habe keine Ahnung von allem was da eventuell auf mich zukommen könnte aber meine Dämonen wittern endlich die Eroberung eines komplett neuen Terrains…

 

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Richard sagt:

    Sehr gut geschrieben!

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    1. Herzlichen Dank Dir!

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  2. Muddl sagt:

    Ich bin sehr gespannt ……..

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    1. Darfst Du auch sein 😉

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  3. C_28 sagt:

    Liebe Hazel, diese Neugier….natürlich noch auf einem viel niedrigeren Niveau……kenne ich und genieße deine Offenheit. Ganz liebe Grüße und ich bin gespannt😉

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    1. Vielen Dank, das freut mich sehr zu hören. Welche Neugierde ist es denn bei Dir gerade? 😉

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  4. Christian_who sagt:

    Ich fasse es nicht. Was für eine Veränderung in dann ja doch relativ kurzer Zeit. Ich sehe Dich noch mit dem Anal-Haken und schon wechselst Du die Seite Hazel. Es bleibt wirklich spannend bei Dir.
    Danke dafür das Du es wieder so wunderbar erzählst.

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